Frankreich

Wie gestern beschlossen, bin ich heute mit Bus und Bahn zurück nach Martigny – zusammen mit vielen Kindern, die offensichtlich schon wieder Schule haben und sich über die verschiedenen Ortschaften hier verteilen. Anschließend bin ich nicht schon wieder aus Martigny rausgewandert, sondern habe den Montblanc-Express genommen. Hier waren es nicht die Schulkinder, sondern Wanderer und Sightseeingtouristen (auch wenn letztere mehr in ihre Handys geschaut haben – wieso müssen sie selbst wissen). Seinem Namen „Express“ wird er nicht richtig gerecht, er fährt sehr langsam, aber teilweise mit Zahnradunterstützung halt ziemlich steil. Aber ich kam gut in der letzten Ortschaft im Tal an und hatte deshalb einen angenehm kurzen Tag.

Wie vermutet war ich auch überhaupt nicht alleine. Die Etappe gehört zu der recht bekannten Tour de Mont Blanc und wird anscheinend vor allem von sehr vielen jungen Leuten bewandert. Aber es fanden sich auch Familien mit mehr oder weniger begeisterten Kindern, Trailrunner die sich zu allem Überfluss auch noch unterhalten haben, und oben auf dem Pass war dann auch das Mittelalter angemessen vertreten. Und viele nicht ganz so berggängig wirkende Menschen. Man kommt von der anderen Seite per Sessellift hoch und hat ein gut ausgebautes Wegenetz in alle Richtungen.

Am Col de Balme

Der Anstieg selbst war im Grunde Standard. Also erst noch ein paar Meter im Tal über Weisen, dann in engen Serpentinen steil hoch durch den Wald und oben etwas flacher über baumloses wild bewachsenes Gelände.

Wer will sieht schon die Hütte am Pass

Ein Unterschied gab es: der Weg war ungewöhnlich breit. So was wie drei Pfade nebeneinander. War vielleicht auch nötig, es war wie gesagt viel Betrieb.

Vorbildlich an Pausen gedacht

Oben auf dem Pass aber hab ich dann schon gestaunt. Da steht der Mont Blanc in voller Pracht, und der ist schon deutlich größer als alles andere drum rum. Und das sieht man. Und komplett vergletschert, und 3800m unter dem Gipfel liegt Chamonix. Eine beachtliche Höhendifferenze in einem Bild. Konnte ich wegen der diesigen Atmosphäre und dem Gegenlicht aber nicht richtig fotografieren, ich hoffe auf morgen.

Für mich ging’s dann noch eine Stunde weiter, zu meiner Unterkunft, ein sehr nett hergerichtetes Ensemble kleiner Almhütten mit Zimmerlagern (also 3 bis 4 Betten in sehr kleinen Zimmern). Muss man schon mögen, aber es gibt halt nichts anderes.

Ach ja, ich bin jetzt in Frankreich. Oben auf dem Pass ist die Grenze. Nichts, aber auch gar nichts davon ist zu sehen.

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