Ein gemütlicher Mittwoch wieder im Nationalpark Vanoise. Von dieser Etappe gibt es nichts zu erzählen 🙂 Nur ein paar Fotos, hier aus der Morgenfrische …

… oder etwas später beim Betreten des Nationalparks. Man kennzeichnet den Wanderweg hier nicht nur rot-weiß, wie sonst immer. Ist schließlich ein Nationalpark.

Der Weg umkreist im Grunde den gesamten Tag den zentralen Gebirgsstock nebst Gletscher der Gegend:

Wie man vielleicht erkennt, gibt es hier eine zum Skigebiet Tignes gehörende Seilbahn. Vermutlich deshalb ist exakt der Gletscher aus der Nationalparkkernzone ausgeklammert. Man scheint da pragmatisch zu sein. An anderer Stelle hat man Nägel mit Köpfen gemacht:

Die nächste Station ist die Refuge de la Laisse, die tatsächlich nur einmal im Jahr per Helikopter versorgt wird. Frischwaren werden von der nächsten Alp regelmäßig hochgetragen. Es ist also spartanisch. Sah aber wunderbar in Schuss gehalten aus, und ich habe mir einen ganz tollen Crepe gegönnt. Übernachtet hier, falls ihr mal in die Gegend kommt.

Hab ich schon erzählt, dass ich den kompletten Aufenthalt dort auf Französisch bestritten habe? Es macht mir Spaß. Mein Plan hat mich aber eine Unterkunft weiter geführt. War auch ok, aber nicht begeisternd.

Außer dass mir einige britische Gäste ein Kartenspiel names Black Jack gezeigt haben. Das aber nichts mit dem 17-und-4-ähnlichen Black Jack der Kasinos zu tun hat, sondern mit Mau-Mau. Hat Spaß gemacht, außer dass ich wirklich nicht den Namen Mau-Mau erklären konnte. Dafür habe ich das letzte Spiel gewonnen.
Aber vielleicht möchte ich doch noch mal die Frage beantworten, ob mir so allein nicht langweilig ist. Wenig überraschende Antwort: nein, auch wenn ich mich über Gesellschaft jedes mal sehr gefreut habe. Erstens beschäftigt mich das Wandern als solches. Also: wo ist der Weg, wo muss der nächste Schritt hin, teile ich meine Kräfte richtig ein, wie weit ist es noch zum nächsten Schnitzel (ok, ich esse unterwegs üblicherweise wenig), wo sind eigentlich die anderen Wanderer geblieben, … Zweitens achte ich bei meiner Wegführung auf Abwechslung: nicht immer nur Schotter wie heute, sondern eben auch Almen, Wald, anspruchsvolle Wege, Dörfer, Städtchen. Ich kann stundenlang schauen, was ich zum Beispiel in Tignes alles sehe. Und drüber nachdenken, das geht von der Idee unbedingt auf den Mond fliegen zu wollen bis hin zur fundamentalen Bedeutung des Lebens für die Gestalt der Gebirge, die ich hier sehe (Stichworte zum Sedimentgestein, das ja zu großen Teilen aus Überresten von Lebewesen besteht; oder Cyanbakterien, die vor Urzeiten überhaupt die Sauerstoffatmosphäre geschaffen haben). Oder – wieder zurück nach Tignes – die Frage, ob diese Art Tourismus nun besser oder schlechter als zum Beispiel der Tiroler Ansatz ist. Oder sich das ganze eh nicht grün waschen lässt. Drittens und nicht zuletzt beschäftigt mich dieser Blog. Was schön ist. Ich schaue viel nach Fotomotiven, ich notiere mir unterwegs, was berichtenswert sein könnte. Und nachmittags in der Unterkunft bereite ich das alles auf und lade es hoch. Zusätzlich zur üblichen Alltagsroutine wie Wäsche waschen usw. Und wenn all das nicht reicht, höre ich Podcasts.
Das habe ich in diesen drei Wochen bislang null mal getan.
