Über den Brocken

Früh ging es los, die Wettervorhersage hatte ein bisschen Vormittagssonne versprochen, und so war es dann auch. Es hatte geschneit und so hatte ich gehofft, die ersten Spuren in den Schnee zu ziehen. War aber nicht. Auf den ersten Kilometern war ich noch im Einzugsgebiet Drei-Annen-Hohne, da waren zwei früher als ich. Im Einzugsgebiet des Brocken war ich eh nicht allein. Zwischendrin aber auf dem Glashüttenweg zog ich zwar die erste Wanderspur, aber die Tiere waren schon da. Hase und Wildschwein konnte ich identifizieren. Aber eine einzelne Spur verlief über Kilometer auf dem Weg, die regelmäßigen Tritte sahen aus wie umgekehrte kleine Kinderschuhabsätze, aber es fehlte das Trittmuster. Ein Hirsch mit Winterschuhen? Er hat sich nicht gezeigt.

Dann aber bin ich an der Brockenstraße angekommen (Foto oben) und der Wahnsinn ging los. Hier oben lag der Schnee schon ganz dicht, der Berg hüllte sich in Wolken, ein kalter Wind pfiff – und eine komplette Sonntagsprozession war auf dem Weg, Als ich später auf dem Rückweg war, erreichte die Prozession Fußgängerzonendichte. Gruppen, Paare, Einzelgänger, mit Kind oder Hund oder ohne, im Outdooroutfit oder dem Pelzkragenmantel, mit oder ohne Schlitten, sehr viele sehr jung, das war der Hammer. Und man kriegt den Aufstieg nicht geschenkt! Ich war beeindruckt, zumal es oben dann so aussah (man denke sich ekligen Wind dazu)

Ich habe mich in der Gaststätte aufgewärmt und bin weitergezogen, immer der Prozession entgegen. Und wurde dann noch überrascht, schon kurz vor Torfhaus tauchte ein gefasster Wasserlauf am Weg auf. Der gehört zu einem weitläufigen Wasserversorgungssystem aus einer Zeit, in der man noch nicht so leicht Rohre bauen konnte. Der Weg lief dann über vielleicht 10 km an solchen Wasserläufen entlang.

Das war so still und schön und lief sich so leicht, und die Prozession war auch weg. So bin ich dann bis Altenau an die Kreuzung zum E6 gekommen, wo ich dem Weihnachtswandern und dem Hexenstieg adieu sagen musste. Mal sehen, wann es weiter geht.

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