Der Gipfel

Wie schon erwartet – und wie Hornisgrinde, Brocken und Großer Feldberg auch – präsentiert sich der wirkliche Feldberg mit bescheidenem Wetter. Das wirklich passende Wort lasse ich zur Abwechslung mal aus. Vielleicht sollte ich nur noch in den Sommerferien wandern. Die gute Nachricht war, es hat kaum geregnet. Aber alle anderen waren da: Kälte, Schnee, Nebel, Wind. Und so kann ich diesmal nicht wie sonst ein aktuelles Foto für die Beschreibung der Etappe heranziehen. Die Wirklichkeit seht ihr oben.

Aber auch ohne all diese Widrigkeiten kann man sich das Leben schwer machen. Auf dem Weg nach Hinterzarten war der Weg gesperrt. Kein Problem, der Umweg über eine Straße war nur wenige hundert Meter weiter. Und so gut zu übersehen, dass ich über die Wiese abgekürzt habe. Kürzer war es wirklich. Aber danach waren Schuhe und Socken nass. Und was lerne ich wieder einmal: improvisierte Abkürzungen sind eine schlechte Idee.

Wegesperrung bei Hinterzarten

Ab Hinterzarten ging es dann langsam und stetig bergan durch einsamen Wald. Einzig der Hof Am Feldberg stach heraus. Und irgendwo im Nebel dahinter wird schon der Feldberg sein.

Blick auf den Hof Am Feldberg

Und noch was war besonders an diesem Tag, die schlampige Wegmarkierung. Warum auch immer das so war auf dem ansonsten exzellent ausgeschilderten Westweg. Ich habe mich einige Male an Abzweigungen irritiert umgeschaut, musste mal kurz in irgendeine Richtung (die falsche) gehen und schauen, dann umdrehen und so weiter. Und nach der Rufenholzhütte hatte ich die Wahl zwischen geradeaus und steil berghoch, habe letzteres gewählt und lange gar keine Markierung mehr gefunden. Da hatte ich dann die Schnauze voll und bin einfach weiter. Ich wollte schließlich hoch und wusste per GPS, dass der Weg gut passt. Und gerade als ich mich wieder abgeärgert hatte, tauchte die rote Raute des Westwegs auf. Na also.

Der Weg war jetzt auch richtig spannend, ab und zu schneebedeckt, voll Wasser und Matsch, Felsen, Wurzeln, ein alpines Turnen etwas. Einige Holzbohlen sollten dem Wanderer helfen, waren aber eher kontraproduktiv, weil rutschig oder morsch oder lückenhaft. Aber schön war’s trotz der Kälte.

Bohlenweg am Feldberg

Kaum war ich aus dem Wald raus, stand ich sofort im Wind. Aber so was von. Mich hat es am Anfang zweimal regelrecht aus dem Pfad geblasen, bis ich mich darauf eingestellt hatte. Nun war wirklich nichts mehr zu sehen. Sichtweite war maximal 20 Meter. Der Sendeturm im Foto oben hat mich regelrecht erschreckt, so plötzlich stand er neben mir. Wie auf der Hornisgrinde bin ich dann einfach so schnell wie möglich rüber und raus aus dem Mist. Hat hier vielleicht 30 Minuten gedauert.

Zwischen Seebuck und Feldberg

Im Abstieg habe ich im Windfang der geschlossenen St Wilhelmer Hütte Pause gemacht und trockene Unterwäsche angezogen. Ab da war alles gut. Die Strecke selbst ist im Vergleich zum Anstieg dann etwas langweilig. Ichfolge breiten Pfaden zuerst über den offenen Stübenwasen, anschließend durch gar nicht mehr so verwunschenen Wald. Am Ende habe ich einfach darauf gewartet, bis es vorbei ist. Die Schotterplatzwüste um die Skiarena Hochschwarzwald herum hat das auch nicht besser gemacht. Und ein agressiver Auerhahn hat sich auch nicht blicken lassen.

Am Stübenwasen

So bin ich schließlich ziemlich entspannt am Notschrei angekommen, bin in den Gratisbus gestiegen und nach Muggenbrunn in den Grünen Baum. Der hatte ein wirklich tolles Zimmer und gutes Essen für mich. Das war auch ein Gipfel.

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